Buchvorstellung

Thriller

Erschienen 07-2020
Einband Broschiert
Seitenzahl 496
Verlag Bookspot 
ISBN 978-3-95669-143-0 

Eichborn & Wagner

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6. Fall

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Tag X

In diesem Fall von Nicolas und Helen Eichborn jagt eine dramatische Wendung die nächste!

Als ein Flugzeug wie ein Stein vom Himmel fällt, betrogen vom eigenen Computer, ist Nicolas Eichborn schnell klar: Wer auch immer verantwortlich dafür ist, hat Einfluss in den allerhöchsten militärischen und politischen Kreisen und keine Bedenken, über Leichen zu gehen.

Eine Reihe von ungewöhnlichen gewaltsamen Vorfällen lässt Eichborn, seiner Frau Helen und ihrem Team keine Atempause. Dabei verschwimmen die Grenzen von Täter und Opfer immer mehr – kann es sein, dass die brutalen Angreifer nicht aus freien Stücken gehandelt haben?
Um herauszufinden, wer der Drahtzieher hinter dem europaweiten Komplott ist, muss Eichborn sich auf ein gefährliches doppeltes Spiel einlassen. Mit seinem Blick hinter die feindlichen Linien riskiert er alles. Doch ihm bleibt keine Wahl, denn dieses Mal steht nichts Geringeres als die Zukunft der Demokratie auf dem Spiel. 

Die beiden Männer trafen sich in einem Loft in Berlin-Mitte. Sie hatten das komplette Gebäude mit allen acht Wohnungen vor einigen Jahren über eine Strohfirma gekauft, aufwendig renoviert, aber nicht vermietet, da sie es selbst nutzen wollten. Die zwei Männer befanden sich in einer der obersten Wohnungen, die zu einem Hightech-Büro umfunktioniert worden war. Der ältere der beiden betrat einen der Büroräume und ging auf den an einem Computer sitzenden Mann zu. Der drehte sich zu seinem Besucher um und grinste. »Ich bin drin.« 
Drei einfache Worte mit enormer Tragweite.
Bedeuteten sie doch nichts anderes, als dass es ihnen endlich gelungen war, das komplette Netzwerk des Verteidigungsministeriums zu infiltrieren. Nun war es ihnen möglich, jeden Bereich einzusehen, jedes Dokument zu lesen, sämtlichen E-Mail-Verkehr zu kopieren. Egal, wie viele Firewalls vor unbefugtem Zugriff schützen sollten. Für sie gab es ab sofort keine Geheimnisse mehr. Natürlich würde es nicht genügen, nur drin zu sein.

Der Ältere beugte sich vor und blickte auf den Monitor. »Ich will einen Test. Einen eindrucksvollen, beängstigenden Beweis dafür, dass wir wirklich alles unter unserer Kontrolle haben.« 
»Mit oder ohne Kollateralschäden?« 
»Ich sagte eindrucksvoll und beängstigend. Reicht das nicht?« 
»Doch, natürlich. Und ich denke, ich habe da genau das Richtige.« 

Er gab ein paar Befehle in einen anderen Computer ein und ging über den Tor-Browser online. Nutzte man diesen Zugang zum Internet, surfte man vollkommen anonym und niemandem war es möglich, den Standort des Rechners zu ermitteln. Darüber hinaus hatte man durch den speziellen Browser Zugang zum Darknet, dem Ort, an dem es alles gab. Waffen, Drogen, Kinder – hier war alles möglich und alles käuflich zu erwerben.

Er zeigte dem Älteren, was er vorhatte und der nickte zustimmend. Es war entschieden. 
Der Test würde am nächsten Tag erfolgen. Und er würde wahrhaft beängstigend sein. 

„Wieder einmal hat V. S. Gerling die Wirklichkeit genial analysiert und daraus einen atemberaubenden Fall gemacht.“
Leser-Welt.de
„Ein rundherum gelungener Thriller voller Action und Dramatik, der die Messlatte für die nachfolgenden Bände noch einmal ein ordentliches Stück nach oben legt.“
Leserkanone.de

Rezension

»Die Grundidee der Handlung
Schon am Schluss des letzten Bandes Architekt des Bösen deutete sich an, dass hinter dem gelösten Fall eventuell noch mehr stecken könnte – nun ist es so weit und es geht auf Tag X zu. Was auch immer an diesem Tag passieren soll, Nicolas Eichborn und sein Team müssen alles geben, um es zu verhindern. Dafür nutzen sie alle ihre Kontakte, denn Tag X ist auf allerhöchster Ebene und weit im Voraus geplant.

V. S. Gerling steigert sich wirklich von Fall zu Fall, mittlerweile geht es nicht mehr „nur“ um mittelgroße kriminelle Organisationen, sondern die Bösen sitzen mitten in der Regierung und damit am längeren Hebel. Einerseits denkt man beim Lesen öfter mal, dass das alles etwas zu weit hergeholt ist, dann wieder befürchtet man, dass es alles andere als unvorstellbar ist.

Stil und Sprache
Bereits im Prolog geht es richtig zur Sache und das im Rückentext erwähnte Flugzeug stürzt ab, obwohl ein äußerst fähiger Pilot in der Kanzel des Kampfjets sitzt. Von da an reißt die Spannung nicht ab, durch wechselnde Perspektiven baut sich die Handlung zügig auf und es geht Schlag auf Schlag. Zwar hat Nicolas Eichborn in der Ich-Perspektive den weitaus größten Erzählanteil, aber es kommen eben auch die Antagonisten zu Wort – wobei oft nicht klar ist, auf welche Seite jemand tatsächlich gehört.

Stilistisch bleibt V. S. Gerling sich auch im sechsten Band treu, kurz und knapp ist seine Schreibe, aber nicht blass oder blutleer. Vielmehr versteht er es, mit wenigen Worten Atmosphäre zu erzeugen und zum Beispiel die angespannte Stimmung einer Krisenbesprechung einzufangen. Was etwas nachgelassen hat, ist der humorvolle Unterton, aber der wäre in diesem Fall auch wirklich nicht angebracht.

Figuren
Nicolas Eichborn greift dieses Mal ganz besonders auf sein buntes Ensemble aus Bekannten und Freunden der früheren Fälle zurück. Der Architekt aus des letzten Fall hat eine wichtige Rolle, ebenso taucht Eichborns ehemaliger Chef und mittlerweile Innenminister Schranz wieder auf. Dennoch hat Eichborn die größte Rolle inne und muss selbst undercover gehen, um den Fall zu lösen.

Seine Frau Helen taucht leider nur als Randfigur auf, hier hätte ich mir etwas mehr Aktivität für sie gewünscht als nur die gelegentliche Teilnahme an Verhören. Auf jeden Fall bin ich mehr als gespannt, wie sich ihr Part im nächsten Fall entwickeln wird – denn den wird es zumindest nach den Andeutungen im Epilog hoffentlich bald geben.

Aufmachung des Buches
Nachdem der fünfte Band der Reihe auch bei bookspot erschienen ist, passt das Design des aktuellen Bandes wieder perfekt zu den Vorgängern. Auf dem Cover liegen über dem erhaben geprägten Titel eine Pistole und die zugehörigen Patronen. Nicht unbedingt spektakulär, aber wirksam. Innen gibt es zwischen Prolog und Epilog fünf große Teile mit insgesamt 131 Kapiteln.

Fazit
Wieder einmal hat V. S. Gerling die Wirklichkeit genial analysiert und daraus einen atemberaubenden Fall gemacht, der bedrückend aktuell erscheint und bei näherem Nachdenken alles andere als weit hergeholt ist.

4.5/5

(Rezension: Eva Hüppen von Leser-Welt.de)

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